Budget 2012: Wer gibt wie viel Geld aus?

Die am Dienstag stattgefundene Budgetrede von Landesrat Harald Dobernig war nicht nur eine Verteidigungsrede für Jörg Haider. Sie brachte auch Zahlen an den Tag. Das Budgetprogramm bis 2014 steht auf der Website des Landes Kärnten komplett zum Download bereit.

Im Nachfolgenden soll grafisch aufbereitet werden, welcher Referent 2012 wie viel Geld zur Verfügung hat. Ein Klick auf die hier abgebildete Grafik öffnet eine größere Version bei der jedes Pixel 1000 Euro entspricht.

Die Erklärung zur Grafik entnimmt man aus der nachfolgenden Tabelle. Sie enthält die Farbzuordnungen sowie Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Referenten.

Referent Euro Prozent Zuständigkeiten
Gerhard Dörfler (FPK) 201.000.000 9,40 % – Straßenbau
– Verkehr & alternative Mobilität
– Radwegenetz
– Kinder und Familien
– Sport
– Senioren
– Volksgruppen
– Wahlen & Staatsbürgerschaften
– Verfassungsdienst
– Protokoll
– Katastrophenschutz
– Innerer Dienst
– Aussenbeziehungen
– Sicherheit
– Flüchtlingswesen
– Lawinenwarndienst
Uwe Scheuch (FPK) 475.000.000 22,22 % – Arbeitsmarkt
– Lehrlinge
– Bildung
– Naturschutz
– Jagd & Fischerei
– Jugend
– Energieförderung
– Tierschutz
Harald Dobernig (FPK) 186.000.000 8,70 % – Finanzen
– Wirtschaftsförderung
– Technologie
– Kultur & Brauchtum
– Personal
– Sonderbedarfszuweisungen
– Landesgesellschaften
– Kärntner Unternehmerservice
– Kärntner Gesundheitsfonds
– Konsumentenschutz
Christian Ragger (FPK) 477.000.000 22,31 % – Soziales
– Jugend und Familien
– Wohnungs- und Siedlungswesen
– Landeshochbau
Peter Kaiser (SPÖ) 311.000.000 14,55 % – Gesundheit
Beate Prettner (SPÖ) 16.000.000 0,75 % – Frauen und Gleichbehandlung
– Umwelt
– Energie
– Wasserwirtschaft
– Umweltverträglichkeitsprüfungen
Josef Martinz (ÖVP) 472.000.000 22,08 % – Landwirtschaft
– EU
– Gewerbe
– Tourismus
– Wirtschaft
– Gemeinden
– Personal
– Sonderbedarfszuweisungen

Auffällig für mich sind vor allem die Dotierungen der beiden SPÖ-Regierungsmitglieder:

  • Kaiser ist zwar für den Bereich Gesundheit zuständig, in der eben erst deutlich umgefärbte Kabeg dürfte sein Gestalungsspielraum allerdings nicht allzu groß sein.
  • Prettner verfügt dagegen über deutlich mehr Kompetenzen, aber ein vergleichsweise winziges Budget. Kein Wunder, dass sie im Landtag oft Ziel freiheitlicher Abgeordneter ist. Zieht man Personalkosten ab, bleibt ein eher bescheidenes Budget für Sachaufwendungen.

Was meint ihr? Was kann man aus diesem Zahlenwerk herauslesen? Wie würdet ihr solche Daten visualisieren? Bitte Meinungen in die Kommentare. Danke!

Plan zur Zusammenlegung von Gemeinden

Ob absichtlich oder unabsichtlich – vor einiger Zeit bekam ich zwei interessante Karten zugespielt. Sie enthalten ein mögliches Szenario für eine groß angelegte Gemeindezusammenlegung.

Umsetzungswahrscheinlichkeit: Ich schätze 2-3 Prozent, dass auch nur irgendwo an einer einzigen Gemeindegrenze gerüttelt wird.

Dennoch: Es wäre höchst an der Zeit, einmal beispielsweise die Sinnhaftigkeit eines Bürgermeisters für ein 642-Seelen-Dorf (Zell) zu hinterfragen. Es gibt schließlich auch andere, größere Ortschaften, die kein Gemeindeamt haben.

  • Wären damit dringend nötige Einsparungen erzielbar?
  • Könnten durch Zusammenlegungen Kleinschulen am Land gerettet werden?
  • Gibt es dadurch weniger/geringwertigere kommunale Dienstleistungen?
  • Bringt’s überhaupt etwas?

Eure Meinungen bitte in die Kommentare. Hier der Plan/das Konzept/die Idee:

Die Farbskala repräsentiert die Bevölkerungsanzahl (Zahlen in der Grafik).

Apropos Visualisierung. Am vergangenen Wochenende arbeitete ein Team am CreateCamp Klagenfurt an einem Tool zur Darstellung statistischer Daten auf Landkarten: www.datenlandkarten.at. Ich freue mich schon, das bald intensiv nutzen zu können und das eine oder andere damit aufzeigen zu können.

Wie viel ist viel?

Man stelle sich vor: Ein Pixel auf einem Monitor sind 1000 Euro. So wird ein Größenvergleich schnell sehr plastisch.

Wir sehen auf einen Blick, wie winzig wir einzelnen Bürger im Vergleich zum großen Ganzen sind. Oder wir können auf einen Blick vergleichen, dass Landeshauptmann Gerhard Dörfler eben nicht gleich viel verdient wie ein Fliesenleger. Aber mein Angebot steht noch …

Vielfach bin ich auf Schätzungen angewiesen, weil es keine wirklich verlässlichen Übersichtszahlen gibt.

Wichtig beim Öffnen: Noch einmal auf die Grafik klicken, damit sie wirklich 1:1 dargstellt wird.

Darf natürlich auch runter geladen, ausgedruckt und weiter gegeben werden 🙂

Das Regierungsprogramm zerlegt

Vergangene Woche stand die Regierung mitsamt den Referatsaufteilungen, erst heute wurde das Regierungsprogramm von BZÖ und ÖVP (gescanntes PDF hier, hoffe auf eine bessere Version morgen) fertig. Interessant: Erst verteilt man die Posten, dann schaut man, was man eigentlich macht. Naja.

Aber hier geht es um Anderes: Man kann nicht nur Zahlen visualisieren, sondern auch Text. Hier eine grafische Version des Regierungsprogramms:

Regierungsprogramm updated

Was sieht man hier?
Die Häufigkeit der Worte, wie sie im Regierungsabkommen auftauchen. Sinngemäß: Worum geht es.

Wie wurde das erstellt?

  • Weil ich nur eine Papierversion davon hatte, wurden alle Seiten abfotografiert
  • Die JPGs anschließend in Acrobat zu einem PDF vereinigt und durch die eingebaute OCR gejagt. Die war allerdings nicht sehr genau, weshalb ich auf eine elektronische Version des Dokuments hoffe.
  • Danach kann man den Inhalt als Text exportieren.
  • Anschließend habe ich noch einige Worte (Kärntner, Kärnten, sollen und Wortfragmente aus fehlerhafter Zeichenerkennung) gelöscht, um die Wortwolke repräsentativer zu machen. Wäre diese Wörter drinnen geblieben, wären sie zu dominant gewesen
  • Anschließend exportiert man das PDF in Text und schickt diesen durch Wordle.
  • Fertig!

Es bleibt nun jedem selbst überlassen, ob daraus Inhaltsschwere zu lesen ist oder nicht …

Wozu Daten gut sein können

Gestern Abend fand der WebMontag zum Thema OpenGovernment statt. Wir haben drüber geredet, warum es notwendig ist, dass die öffentliche Hand Daten nach gewissen Prinzipien veröffentlicht. Wir haben auch darüber gesprochen, welche Daten nötig wären und was es schon gibt.

Ein angesprochenes Problem war die Visualisierung dieser Daten. Gerhard hat dabei Gapminder und ein legendäres TED-Video des Schwedischen Gesundheitsökonoms Hans Rosling angesprochen.

Das hat mich auf eine Idee gebracht: Man müsste Hans Rosling ein E-Mail schreiben und ihn fragen, ob man die Gapminder-Software nutzen könnte. Doch es ist viel einfacher als ich dachte! Google Docs unterstützt von sich aus Motion Charts und zwar nach dem komplett gleichen Prinzip wie Gapminder!

Wie das geht, werde ich heute demnächst noch auf meinem Blog (www.georgholzer.at) posten. Hier nur einmal ein kleiner Vorgeschmack – allerdings mit wirren Datenkombinationen, die so noch wenig Sinn ergeben. Aber für mich zum Experimentieren hat’s gereicht.

Die Grundidee jeder guten Visualisierung ist die Abbildung einer Zeitreihe in Verbindung mit Vergleichsdaten (andere Bundesländer). Das Flash-Meisterwerk von Google Docs ist manchmal allerdings noch ein wenig buggy, aber auch das wird noch. Enjoy!

Der Anfang ist gemacht – jetzt fehlen nur noch die Daten. Demnächst gibt’s auf http://data.k2020.at (noch nicht online) einen Wiki, wo solche Daten gesammelt werden können. Aber jetzt muss ich einmal arbeiten. Die nächsten Tage und Wochen werden ganz schön stressig …