Plan zur Zusammenlegung von Gemeinden

Ob absichtlich oder unabsichtlich – vor einiger Zeit bekam ich zwei interessante Karten zugespielt. Sie enthalten ein mögliches Szenario für eine groß angelegte Gemeindezusammenlegung.

Umsetzungswahrscheinlichkeit: Ich schätze 2-3 Prozent, dass auch nur irgendwo an einer einzigen Gemeindegrenze gerüttelt wird.

Dennoch: Es wäre höchst an der Zeit, einmal beispielsweise die Sinnhaftigkeit eines Bürgermeisters für ein 642-Seelen-Dorf (Zell) zu hinterfragen. Es gibt schließlich auch andere, größere Ortschaften, die kein Gemeindeamt haben.

  • Wären damit dringend nötige Einsparungen erzielbar?
  • Könnten durch Zusammenlegungen Kleinschulen am Land gerettet werden?
  • Gibt es dadurch weniger/geringwertigere kommunale Dienstleistungen?
  • Bringt’s überhaupt etwas?

Eure Meinungen bitte in die Kommentare. Hier der Plan/das Konzept/die Idee:

Die Farbskala repräsentiert die Bevölkerungsanzahl (Zahlen in der Grafik).

Apropos Visualisierung. Am vergangenen Wochenende arbeitete ein Team am CreateCamp Klagenfurt an einem Tool zur Darstellung statistischer Daten auf Landkarten: www.datenlandkarten.at. Ich freue mich schon, das bald intensiv nutzen zu können und das eine oder andere damit aufzeigen zu können.

“EU-Keule” für Transparenz

Auf die einfache Formel (Transparenz = Kosten) reduziert die Politik gerne die Pflicht der Rechenschaft und Information gegenüber dem Bürger. Bestes Beispiel dafür: Das Kärntner Informations- und StatistikGesetz (K-ISG). Es ist dies ein Gesetz, das Informationspflichten von Behörden gegenüber dem Bürger regelt. Auf Druck der Europäischen Union musste es (nach einiger Säumnis) geändert werden (Regierungsvorlage als PDF).

Ziel der so genannten Inspire-Richtlinie ist u.a. eine Öffnung der Geodaten für die Bürger Europas. Weiters soll der Zugang zu Umweltdaten deutlich erleichtert werden.

Im Kern der Diskussion standen weder die so entstehenden unglaublichen Möglichkeiten noch die verbesserte Informationen der Kärntner Bürger. Debattiert wurde lediglich, wie teuer das sei und wie böse die EU ist. Ein Abgeordneter sprach sich dagegen aus (angenommen wurde es einstimmig), weil er offensichtlich um ein defacto-Monopol seines Berufsstandes (Zivilingenieure) fürchtet.

Wie Europa „zugeschlagen“ und „mit der Keule geschwungen“ hat, kann man hier anhören oder als MP3 herunterladen (22:08 Minuten):

[audio:http://www.k2020.at/wp-inhalte/uploads/lt-k-isg-beschluss.mp3%5D

Die Herumraterei in der einzelnen Abteilung der Landesregierung bezüglich den Kosten offenbart auch einiges über den Zustand. Niemand scheint dort genau zu wissen, was die Umsetzung kosten soll oder wird. Traurig: Die Abgeordneten wissen nicht einmal, wie das umgesetzt werden soll (O-Ton Rolf Holub).

Kärntner Landtag

Besonders umfangreich ist übrigens der §19g mit dem vielsagenden Titel „Beschränkungen des Zugangs der Öffentlichkeit“.

Eigenartig an der Diskussion ist ferner, dass Kosten kein Problem darstellen, solange Informationen den Bürgern verheimlicht werden sollen. Ich bin mir sicher, dass mein Auskunftsbegehren mit zwei oder drei Anrufen hätte erledigt sein können. Stattdessen wird man die Herausgabe der Zahlen – unter hohem finanziellen Aufwand – wohl bis zur letzten Instanz durchfechten. Ich hoffe dies zwar nicht, bin dabei jedoch schlechter Dinge.

OpenData wird mit diesen Abgeordneten wohl schwer oder gar nicht umzusetzen sein. Ich wünsche mir mehr Druck aus Brüssel für eine Öffnung von Regierung und Verwaltung!

Wie viel ist viel?

Man stelle sich vor: Ein Pixel auf einem Monitor sind 1000 Euro. So wird ein Größenvergleich schnell sehr plastisch.

Wir sehen auf einen Blick, wie winzig wir einzelnen Bürger im Vergleich zum großen Ganzen sind. Oder wir können auf einen Blick vergleichen, dass Landeshauptmann Gerhard Dörfler eben nicht gleich viel verdient wie ein Fliesenleger. Aber mein Angebot steht noch …

Vielfach bin ich auf Schätzungen angewiesen, weil es keine wirklich verlässlichen Übersichtszahlen gibt.

Wichtig beim Öffnen: Noch einmal auf die Grafik klicken, damit sie wirklich 1:1 dargstellt wird.

Darf natürlich auch runter geladen, ausgedruckt und weiter gegeben werden 🙂

Wozu Daten gut sein können

Gestern Abend fand der WebMontag zum Thema OpenGovernment statt. Wir haben drüber geredet, warum es notwendig ist, dass die öffentliche Hand Daten nach gewissen Prinzipien veröffentlicht. Wir haben auch darüber gesprochen, welche Daten nötig wären und was es schon gibt.

Ein angesprochenes Problem war die Visualisierung dieser Daten. Gerhard hat dabei Gapminder und ein legendäres TED-Video des Schwedischen Gesundheitsökonoms Hans Rosling angesprochen.

Das hat mich auf eine Idee gebracht: Man müsste Hans Rosling ein E-Mail schreiben und ihn fragen, ob man die Gapminder-Software nutzen könnte. Doch es ist viel einfacher als ich dachte! Google Docs unterstützt von sich aus Motion Charts und zwar nach dem komplett gleichen Prinzip wie Gapminder!

Wie das geht, werde ich heute demnächst noch auf meinem Blog (www.georgholzer.at) posten. Hier nur einmal ein kleiner Vorgeschmack – allerdings mit wirren Datenkombinationen, die so noch wenig Sinn ergeben. Aber für mich zum Experimentieren hat’s gereicht.

Die Grundidee jeder guten Visualisierung ist die Abbildung einer Zeitreihe in Verbindung mit Vergleichsdaten (andere Bundesländer). Das Flash-Meisterwerk von Google Docs ist manchmal allerdings noch ein wenig buggy, aber auch das wird noch. Enjoy!

Der Anfang ist gemacht – jetzt fehlen nur noch die Daten. Demnächst gibt’s auf http://data.k2020.at (noch nicht online) einen Wiki, wo solche Daten gesammelt werden können. Aber jetzt muss ich einmal arbeiten. Die nächsten Tage und Wochen werden ganz schön stressig …

Open Government Data Principles

Hier nur ein ganz kurzes Video über Open Government Data Principles von Prof. Lawrance Lessig von der Stanford University. Daten sind der Anfang von allem. Daten sind der Nukleus aus dem OpenGov besteht. Hier darf es von Anfang an keine Verständnis-Probleme oder Kompromisse geben!

Was wären dieses Prinzipien?

Öffentliche Daten sollen als offen angesehen werden und nach diesen Richtlinien veröffentlicht werden (jeweils Links zu weiteren Erklärungen). Wenn im weiteren von Daten gesprochen wird, so sind damit stets öffentliche Daten gemeint:

  1. Vollständig:
    Alle öffentlichen Daten sind zugänglich zu machen. Öffentliche Daten sind Daten, die nicht verschwiegen, geheimgehalten oder nur priviligiert zugänglich gemacht werden dürfen.
  2. Primärdaten:
    Öffentliche Daten mssen an Originalquellen erhoben und mit dem höchsten Detailgrad und nicht in aggregierter oder veränderter Form veröffentlicht werden
  3. Zeitgerecht:
    Öffentliche Daten müssen so rasch als möglich zugänglich gemacht werden, um ihren einen höchstmöglichen Wert darzustellen.
  4. Zugänglichkeit:
    Öffentliche Daten sind einem so breit wie möglichen Benutzerkreis für so weit gefasste Anwendungszwecke zuzuführen.
  5. Maschinell verarbeitbar:
    Öffentliche Daten sind in einer Struktur anzubieten, die eine automatisierte Verarbeitung erlaubt.
  6. Nicht-diskriminierend:
    Öffentliche Daten sind jedem zugänglich gemacht zu werden – es darf keinen Registrierungsprozess geben.
  7. Nich proprietär:
    Öffentliche Daten sind in einem Format zugänglich zu machen, über das niemand exklusive Kontrolle hat.
  8. Lizenzfrei:
    Öffentliche Daten dürfen nicht mit Copyrights, Patenten, Namensrechten zu versehen und dürfen einem Betriebsgeheimnis unterliegen. Dies darf ausschließlich zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten oder Sicherheitsbedürfnissen gestattet sein.

Und hier noch eine schnelle Präsentation zum Thema, die ich bereits vor gut zwei Jahren gesehen habe und mich überhaupt auf das Thema gebracht hat:

Dieses – nur ganz kurz angeschnittene – Thema wird Kern dieses Blogs sein und viel mehr in diese Richtung wird noch folgen. Wenn man sich sogar in Sewastopol (keine Abwertung) damit beschäftigt, wird es auch in Kärnten höchste Zeit, oder?