Netbooks statt Polit-Reklame

Für die Kleine Zeitung schrieb ich in den letzten Monaten vier kleine Büchlein zu Themen wie Computer, Internet oder Fotografie. Der Verlag hat mir ein paar Exemplare zur Verfügung gestellt, die ich an Journalisten-Kollegen und andere Meinungsbildner weitergeben darf.

Und bei Meinungsbildner im IT-Bereich in Kärnten sollte (ja sollte) man an den Landeshauptmann denken. Gerhard Dörfler ist nämlich auch Technologiereferent des Landes.

Hier mein Beipack-Brief:

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Sehr geehrter Herr Landeshauptmann,

In den letzten Monaten schrieb ich für die Kleine Zeitung an vier Büchlein, die ich Ihnen auf diesem Wege gerne übermitteln möchte.

Sie behandeln grundlegende Themen zu Computer, Internet oder der Fotografie. Die Arbeit daran war eine große Herausforderung, weil alles möglichst einfach dargestellt werden sollte. Meine Zielsetzung (und auch jene der Kleinen Zeitung) war es, dass bei so wichtigen Themen niemand in Kärnten zurück bleiben darf. Wer von Computer, Internet & Co. nichts weiß, hat enorm schlechte Ein- und Aufstiegschancen im Beruf.

Ich verbinde die Übermittlung dieser vier Büchlein auch mit einer Bitte an Sie: Helfen Sie als Technologierefernt des Landes Kärnten mit, dass niemand zurück bleiben muss und dass jeder Jugendliche die besten Chancen für die Zukunft hat.

Wie? Verzichten Sie zu Weihnachten auf eine Anzeigenkampagne und schenken Sie mit dem eingesparten Geld Netbooks an Jugendliche aus armen Familien oder erleichtern Sie alleinerziehenden Müttern mit wenig Einkommen den Wiedereinstieg in das Berufsleben.

Freilich: Menschen, die an der Armutsgrenze leben, haben oft andere Probleme, als einen Computer. Aber dies trifft auch für viele Ihrer Werbegeschenke zu. Aber: Wer im täglichen Überlebenskampf gefesselt ist, hat zwangsläufig auch die nötige Zeit, sich intensiv um die Zukunft seiner Kinder zu bemühen. Und Netbooks sind zweifellos sicher sinnvoller als Karottensamen, Kärnten-Jacken oder Fahnen.

Was man damit erreichen könnte, zeigt Ihnen diese einfache Rechnung:

Rabatte auf beiden Seiten sind nicht eingerechnet. Sie sehen: Mehr als 100 Jugendliche in Familien mit sehr wenig Geld könnten einer Inseratenkampagne weniger ein kleines Stück Zukunft schenken. Was könnte es Schöneres geben?

Ich würde mich freuen, wenn Sie bei der nächsten Marketing-Kampagne daran denken würden. Ebenfalls würde es mich freuen, wenn bei der Bewerbung ein klein wenig das Geschenk (Zukunft) im Vordergrund stehen würde und weniger der Politiker, der dies verteilt.

In der Zwischenzeit verbleibe ich mit besten Grüßen.

Hans Georg Holzer

PS: Dieser Brief ist privater Natur und hat nichts mit der Kleinen Zeitung zu tun.

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Mal sehen, ob ich eine Antwort bekomme …

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2 Gedanken zu „Netbooks statt Polit-Reklame“

  1. Lieber Georg,
    möchte dir zu diesem tollen Versuch gratulieren. Ich hoffe der LH sieht es ein, das man mit diesem Geld sinnvollere Projekte bzw. bedürftige Menschen unterstützen kann.
    Würde mich gerne, wenn du mal Zeit hast, mit dir unterhalten, mir gefallen deine Ideen und dein Einsatz für unsere Mitmenschen.
    Vielleicht kann ich auch die eine andere Idee einbringen.
    Würde mich auch freuen, wenn ich so ein Exemplar von Fit am PC bekommen könnte.

    Liebe Grüße
    Horst Landmann

  2. Unsere Erfahrung zeigt leider, dass die Politiker absolut kein Interesse daran haben. Wir hatten Fördergelder gewonnen, um die Menschen „ins Internet“ zu bringen per kostenlosen Einzel- oder Gruppenschulungen. Das Projekt hieß „Umaklickn“. Die Bürgermeister aller Gemeinden im Gebiet hatten keinerlei Interesse an dem Projekt und es wurde in der Öffentlichkeit überhaupt nicht verbreitet, so dass wir die zweite Hälfte der Fördergelder überhaupt nicht mehr abgerufen haben…

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