Wem soll man glauben?

Daten kann man interpretieren wie man will, aber manchmal wird die Wahrheit ganz schön gestreckt.

Vor ein paar Wochen kam eine Jubelbroschüre der Entwicklungsagentur Kärnten bei mir reingeschneit. Ich dachte mir: Es kann nicht schaden, diese aufzuheben. Darin heißt es unter anderem:

„Demnach waren zu diesem Zeitpunkt [im Jahr 2003, Anm.] lediglich rd. 60% der Haushalte in Kärnten mit Internet potenziell erreichbar (Versorgungsgrad, Platz 7 im Bundesländervergleich) und nutzten lediglich 30% dieses Medium (Nutzungsgrad, Platz 9 im Bundesländervergleich).

Heute nutzen mittlerweile 76% der Kärntner Bevölkerung (Quelle: Statistik Austria) das Internet, dies entspricht einer Steigerung von 153% (!) und Platz 2 im Bundesländervergleich.“

Vergangene Woche erschienen die aktuellen Zahlen der Statistik Austria zur IKT-Ausstattung in Österreich und die sehen ganz anders aus:

Die Steigerungszahlen für Kärnten – genannt wird ein Plus von 153% – kann ich nicht verifizieren. Allerdings weißt Österreich nach den Zahlen der Statistik Austria ein Wachstum der Verbreitung von Internet in Haushalten von 2003 bis 2010 in der Höhe von 195 % aus. Zwischen 2003 und 2009 gab es ein Wachstum um 187%.

Kärnten wäre mit einem Plus von 153% wohl definitiv nicht am zweiten Rang.

Frage: Wer lügt?

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