Eislutscher gegen Supermarkt

Am Freitag gibt es zum Zeugnis auch ein Gratis-Eis! Landeshauptmann-Stellvertreter Uwe Scheuch „spendiert“ allen Pflichtschülern einen Eislutscher (siehe halbseitiges Woche-Inserat rechts).

Ob Scheuch den Eislutscher selbst bezahlt oder nicht, wird den Kids wohl egal sein. Hauptsache, die Verbindung zwischen Politiker und Eislutscher ist fest eingebrannt und für spätere Wahlgänge irgendwann noch irgendwo im Hinterkopf.

Wer die Eislutscher bezahlt, ist nicht bekannt. Daher soll an dieser Stelle – ausnahmsweise – einmal spekuliert werden: Es wird wohl die Handelskette Spar sein – quasi als Dankeschön für einen neuen Supermarkt.

Der Schluss liegt nahe, denn im „Tor zum Mölltal“, der Gemeinde Mühldorf, steht seit dem Vorjahr eine hochmoderne Spar-Filiale. Die Filiale ist so groß, dass man sich wundert, ob sich das für eine 967-Seelen Gemeinde überhaupt rechnet. Tut sie auch nicht.

Die Errichtungskosten von 925.000 Euro wurden zur Gänze von der öffentlichen Hand getragen. Wie die Kleine Zeitung vorrechnet, stammen 475.000 Euro aus dem Mölltalfonds, 410.000 Euro zahlte das Land Kärnten an Bedarfszuweisungen und 40.000 Euro steuerte die Gemeinde bei.

Kurz nach dieser Rechnung, erklärte Spar-Direktor Manfred Schweighofer ebenfalls gegenüber der Kleinen Zeitung: „Wir sind ein Unternehmen, das wirtschaftlich rechnen muss. Wir selbst hätten einen Spar-Markt in Mühldorf sicher nicht gebaut.“

Hinter der Spar-Filiale sieht man übrigens schon das Modell der Mega-Kletterhalle, die – überwiegend aus Landesmitteln finanziert – dort gerade für 2,1 Millionen Euro entsteht.

Gut, dass Mühldorf seine Scheuch-Brüder hat – sowohl Landeshauptmannstellvertreter als auch sein Bruder, FPK-Klubobmann Kurt Scheuch, kommen aus der Mölltaler Gemeinde.

Schlecht für die Eislutscher-Empfänger morgen in ganz Kärnten: Sie werden dafür bezahlen müssen. Irgendwann, und das sagt ihnen leider kein Politiker. Denn mittlerweile beträgt der Schuldenstand des Landes

2,5 Milliarden Euro.

Ob eines der Kids morgen daran denkt? Wohl kaum. Leider.

PS: Danke an die Leserin, die mich darauf aufmerksam gemacht hat. Jeder kann für Hinweise übrigens auch die k2020-Box nutzen – völlig anonym!

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Ein Gedanke zu “Eislutscher gegen Supermarkt”

  1. Und wie durch Zufall sind plötzlich alle Werbeeinschaltungen der FPK-Regierenden nicht mehr in orange sondern in blau gehalten.

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