Beeinflussung beginnt in jüngsten Jahren

Schüler – speziell im jüngeren Alter – werden von der Politik gerne umworben. Sie sind schlichtweg schnell beeindruckt und hinterfragen nichts. Das wissen natürlich unsere Politiker nur zu gut. Allen voran jene der Freiheitlichen in Kärnten (FiK).

Jüngstes Beispiel

Einen Kärntner verwundert eine Geschichte in der heutigen Kleinen Zeitung – Hunderte Scheuch-Plakate für iPads – eigentlich gar nicht. Der Landesrat verschenkt coole Teile und lasst den Steuerzahler dafür blechen. Eigentlich eh gelebte Normalität – möchte man meinen.

Rechnen wir einmal nach: Fotograf und Grafiker bezahlen (bzw. angestellte Ressourcen nutzen), Markenrechte mit Apple vereinbaren, Plakate drucken, verschicken, verteilen, aufkleben. Die Kosten liegen deutlich über jenen der beiden iPads.

Parteireklame an Schulen

Wichtig: Man nehme gleich das Design der eigenen Partei und somit ist die Wirkung noch besser. Vermutlich zufällig verwenden ja die Freiheitlichen in Kärnten (FiK) und das Land Kärnten die gleichen Visuals und Schriften. Zufällig!

Das Perfide daran: Scheuch wirbt auf hunderten Plakaten in hunderten Pflichtschulen. Von einem Verbot politischer Werbung hat die FiK wohl noch nie gehört. Klar, dass Uwe Scheuch die Aufregung „nicht versteht'“. Die Partei, das FiK, sieht sich ohnehin als Eigentümer dieses Landes.

Die Mittelungshefte mit den FiK-Politikern

Die Beeinflussung der Jüngsten kennt keine Grenzen. Beispiel: Mitteilungshefte. Seit Jahren müssen Volks- und Hauptschüler täglich den Anblick von FPÖ/BZÖ/FiK-Politiker ertragen. Mit welcher Begründung? Ich bin mir sicher, dass es nicht einmal in Nordkorea einen solchen Personenkult und Kim Jong Il gibt wie wir Steuerzahler ihn in Kärnten ertragen müssen.

Bis zu seinem Tod war übrigens Jörg Haider auf Seite 2 zu finden, im Vorjahr war es Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Heuer ist Harald Dobernig dran. Meine Vorhersage: 2010/2011 ist Christian Ragger an der Reihe, im Jahr darauf dann wieder Gerhard Dörfler und im Wahljahr 2014 wird dann Uwe Scheuch raus grinsen.

Vielleicht gibt’s auch irgendwan Panini-Sammelalben mit den Landesräten und ihrem Personal . . . Gesponsert werden diese Hefte übrigens (zum Teil) von McDonald’s. Ob ungenierte Reklame für Politiker in Schulen in deren Marketing-Policy passt? Werde McDonald’s Österreich mal darauf ansprechen …

Schulstartgeld gestrichen

In der Pressesmitteilung (leider schon gelöscht) hieß es übrigens, dass damit Eltern entlastet würden. Interessant dann die Frage: Warum wurde das Schulstartgeld gestrichen?

Warum unternimmt dagegen niemand etwas?

In der Politikerriege ist mir klar, dass niemand etwas unternimmt. Entweder ist man blind und sieht die Vereinnahmung des ganzen Landes durch das FiK nicht oder man ist zu dumm dazu. Wahrscheinlichster Grund: Man macht dasselbe.

Josef Martinz machte unlängst eine Europa-Aktion mit älteren Schülern. Freilich ist die positive Besetzung des Themas bei Schülern wichtig und sinnvoll. Aber warum muss das mit massivem Einsatz eines (Landes-)Politikers passieren? Und warum muss man sich danach teure Inserate kaufen? Und wenn schon Inserate – wer sollte dabei die Hauptrolle sein? Auf dieser doppelseitigen Martinz-Inserat ist der Landesrat gleich sechsmal abgebildet!

Preis der Gaude für den Landesrat: 27.775,44 Euro (Listenpreis für zwei Seiten am Sonntag, ohne Abzug von Rabatten).

Und die SPÖ? Die war auch nie viel besser.

Warum steht kein Bürger auf?

Ich weiß es nicht. Immerhin gibt es ein paar mutige Volksschullehrerinnen (drei haben sich heute bei mir via Facebook gemeldet). Sie haben den Eltern erklärt, warum sie die „Gratis“-Polit-Mitteilungshefte nicht benutzen wollen und haben diese um die Extra-Kosten von 40 Cent gebeten. Die Dobernig-Hefterln haben sie ja auch schon bezahlt.

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6 Gedanken zu „Beeinflussung beginnt in jüngsten Jahren“

  1. Naja, der Kärntner McDonald’s Chef, dessen Name ich verdrängt habe, war schließlich im unterstützungskommitee für Gerhard Dörfler. Ein Schelm wer böses denkt. Welche Bauvorhaben hat McDonald’s eigentlich derzeit in Kärnten?
    Ich bin übrigens der Meinung dass Werbung für den fraß vom mackie in Schulen nix verloren hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

  2. Interessant auch dass Herr Scheuch explizit auf die Plakatkosten eingeht, aber den Postwurf mit dem „Uwe Scheuch verschafft dir ein Ipad“-Brief mit keinem Wort erwähnt wird.

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