Ich werde Landeshauptmann

Achtung Polemik! Aber so etwas muss man einfach kommentieren – auch auf einer sonst seriösen Website wie dieser.

In der letzten Zeit wurde es still um die Kärntner Landesregierung. Es schien fast so, als genehmigte man sich kollektiven Urlaub. Ein Freund meinte unlängst, dass dies grundsätzlich keine schlechte Sache sei. Nicht arbeitende Politiker können schließlich auch nichts anrichten. So mancher Kommentator der politischen Szene Kärnten sprach aber gar schon vor Arbeitsverweigerung.

Landeshauptmann Gerhard Dörfler – bekanntlich nicht auf den Mund gefallen – konterte gestern nach der Regierungssitzung im Pressefoyer und machte mir und vielen anderen Journalisten ein Angebot, das wir nicht ablehnen können. Ich zumindest nicht.

Allerdings bewies unser LH auch schon mehrmals, dass man nicht alles für bare Münzen nehmen kann, was er sagt. Sogar die Staatsanwaltschaft ist dieser Meinung. Schade, denn so bleibt das nur eine leere Worthülse.

Was würde ich in 100 Tagen Landeshauptmann machen?

  • Am ersten Tag meiner Amtszeit würde ich die besten Informatiker des Landes herbei holen. Sie sollen sich in einer Taskforce Gedanken darüber machen, wie man den großen Datensilo des Landes öffnen kann. Welche Schnittstellen notwendig wären.
  • Am zweiten Tag würde alles Juristen des Landesdienstes herbei schaffen, die Öffnung aller Daten juristisch vorzubereiten.
  • In 100 Tagen muss alles vorbei sein und OpenGovernment Realität sein.
  • Ich würde jeden Spesenbeleg, jede Ausgabe der Landesregierung online stellen.
  • Am dritten Tage würde ich in die Landesbuchhaltung gehen und ausheben lassen, wie viel sinnloserweise für Inserate ausgegeben wird. Damit wäre auch mein – bis dato unbeantwortetes – Informationsbegehren beantwortet.
  • Jeder Cent für Zeitungsinserate wird umgeleitet in einen Sonderposten für die bessere Ausstattung von Landesschulen. Damit werden beispielsweise PCs und Netbooks gekauft.
  • Der Landespressedienst wäre angewiesen, keinen Schrottmeldungen (Unser LH in Eisenkappel, Schulschitag ein voller Erfolg, Dörfler gratuliert Morgenstern) mehr zu verfassen, die außer den selbstverliebten Parteileuten in den Regierungsbüros niemanden irgendeinen Nutzen stiften.
  • Meine Büromitarbeiter bekämen den Auftrag, nur noch Arbeitstermine zu vereinbaren. So wäre die Workload von 3600 Terminen pro Jahr vermutlich bei 1000. Politiker sollen arbeiten und das Interesse des Landes im Vordergrund haben und nicht Kirchtage oder Zeltfeste besuchen und Gasthäuser einweihen. Weil ich keiner Partei angehöre, gäbe es auch keine Parteitermine.
  • Ich würde ausheben lassen, wo sich das Land weiter nicht an Gesetze oder Sprüche des Verfassungs-Gerichtshofes hält und diese endlich umsetzen.
  • Ich würde das Bundesheer rufen, endlich die Ortstafeln einzusetzen.
  • Ich würde mir die kreativsten Köpfe im Land in die Regierung holen und sie damit betrauen, dem Land eine Richtung zu gehen, die Zukunft hat.
  • Ich würde die besten Techniker zu einer Enquete einladen und sie fragen: Wie können wir die Technik bestmöglich für die Zukunft nutzen? Was kann das Web für uns tun? Als Technologiereferent würde ich dieses Fach wohl besser verstehen als der aktuelle Amtsinhaber.
  • Ich würde mich bei allen Bayern und Österreichern für das von Kärntner Politikern mitverursachte Desaster der Hypo Group Alpe Adria entschuldigen und ihnen zutiefst für jeden Cent danken.
  • Ich würde es allen Mitarbeitern der Regierungsbüros verbieten, Parteiarbeit zu machen. Bezahlt werden sie nämlich ausschließlich für die Tätigkeit für Kärnten.
  • Ich würde mich ernsthaft dafür interessieren, welche Vorteile/Auswirkungen ein Asyl-Erstaufnahmezentrum in Kärnten hätte. In Verhandlungen müsste man doch wohl einiges für Kärnten herausholen können. Und Gemeindem gäbe es auch, die das haben wollen.
  • Ich würde mich gleich einmal mit Sloweniens Regierungsspitze treffen und diskutieren, wie wir in allen Bereichen näher zusammen rücken können.
  • Und und und.
    Mir würden noch 100 Dinge einfallen, die ich in den ersten 100 Stunden (nicht Tagen) anpacken würde. Zeit hätte ich ja genug, denn Zeltfest und Gasthäuser würde ich mit dem Schreibtisch tauschen.

Ich glaube, ich wäre ein guter Landeshauptmann. Und ihr? Was würdet ihr machen?

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3 Gedanken zu „Ich werde Landeshauptmann“

  1. Ich würde darüber jammern, wie viel Arbeit mein neuer Job ist, in den ich mich freiwillig und mit Absicht wählen habe lassen, obwohl ich ihn zuvor schon ausgeübt habe, einen Job bei dem es zu 90% mir überlassen ist, welche Schwerpunkte ich setze und zu welchen Themen ich mich wie äußere.

    Moment…

  2. Meine Unterstützung ist Dir sicher!! Sag bescheid, wenn es losgeht!
    Schade, dass man ihn nicht festnageln kann auf seine Aussagen. Das wäre eine tolle Sache!

  3. Ich würde nun jeden Tag vor seiner Tür stehen und darauf warten, dass er mich bei der Arbeit zumindest über seine Schulter schauen lässt. Dörfler’s Sprüche sind total inhaltsleer, die Journalisten sollten seinen Sagern auf die Spur gehen und ausführlich darüber berichten. Das wäre wohl der Anfang vom Ende dieses Sprücheklopfers.

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