Datenbank für mehr Demokratie

Eigentlich kann es einem ja egal sein, wenn Landeshauptmann Gerhard Dörfler doppelseitige Inserate gegen Ortstafeln oder für Kreuze in Schulklassen schaltet. Eigentlich muss man sich nicht darüber aufregen, dass Landesrat Josef Martinz mit seinem Gesicht Schihelme in der Kronen Zeitung anpreist. Und wenn Uwe Scheuch seine Leidenschaft für Nationalparks preisgibt, kann uns das auch recht sein.

doerfler-inserat

Es sei denn, wir bezahlen dafür. Die Flut an Inseraten der Regierungsmitglieder ist nicht nur teuer, sondern für die Demokratie höchst gefährlich.

Beispiel Landtagswahl 2009:

Steuergeld-Wahnsinn

Der Bürger bezahlte mit Steuergeld im letzten Wahlkampf mehrere Millionen Euro (geschätzt) für Inserate von Regierungsmitgliedern. Die Flut an Werbematerialien war so arg, dass man von Wahlmanipulation sprechen muss. Beim Wahlvolk musste ja der Eindruck entstehen, dass kein Politiker außerhalb des BZÖ etwas arbeitet. Alle anderen gingen komplett unter.

So etwas darf NIE WIEDER vor einer Wahl passieren!

  • Es muss für den Bürger ersichtlich sein, was eine (von ihm) bezahlte Anzeige und was ein redaktioneller Beitrag ist. Das kleingedruckte “Anzeige” reicht dafür nicht.
  • Es muss jedem Bürger klar sein, wie viel er dafür ausgibt.
  • Inserate mit parteipolitischen Botschaften können durchaus geschalten werden – auf Kosten der jeweiligen Parteien.
  • Acht Wochen vor einer Wahl dürften Regierungsinserate mit dem Gesicht eines Politikers nur noch auf Parteikosten geschalten werden.

Eine Datenbank als Lösung

Wie erreicht man das? Man macht das Schalten von Inseraten transparent.

  1. Der Bürger sieht ein Inserat eines Politikers (und ärgert sich).
  2. Auf http://www.k2020.at/inserate wird es eine Datenbank geben, wo alle Bürger nach dem Wikipedia-Prinzip Anzeigen-Sichtungen melden können:
    • In welchem Medium, wie groß und auf welcher Seite?
    • PDF, Scan oder Handyfoto vom Sujet als Attachment
    • Wer ist zu sehen? Welches Thema wird beworben?
  3. Die Anzeigenpreise praktisch aller Medien sind online und so würden sich einige Berechnungen anstellen lassen
    • Welches Regierungsmitglied hat für wie viel Euro Inserate geschalten?
    • Wie viel wurde insgesamt Werbung betrieben?
    • Welche Partei ist am “großzügigsten” mit ihrer Art der “Presseförderung”?
  4. Ein Check kontrolliert die Angaben und scheidet Doppeleinträge aus.
  5. Das Ergebnis müsste einerseits auf der Website angezeigt werden und sich viral verbreiten (z.B. Button auf Websites einbauen) lassen.

Wer ist dabei?

Wie aufwendig ist so etwas? Was kann ich an Planungs-Input vorab liefern? Wer würde bei so einer Datenbank/Webanwendung mithelfen wollen/können? Es bräuchte dazu übrigens nicht nur Informatiker sondern auch Webdesigner und Leute, die einfach nur logisch denken können.

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8 Gedanken zu „Datenbank für mehr Demokratie“

  1. lustige und sinnvolle idee. im prinzip reicht ein eingabeformular für die meldung. eine kontrolle, manuell, der eingaben wird sicher sinnvoll sein. eine auswertungsseite zeigt die „charts“

  2. Die Kontrolle kann teilweise auch semi-automatisch passieren, bei der Eingabe des „um was geht es“ koennte man einfach tags (mit autocompletion) verwenden.. captchas sollte man eventuell auch noch einbauen.

    Wegen duplicates: ich glaube, dasz wenn man Dinge per autocompletion anzeigt (Magazinname oder so) relativ viele der doppelten Eintraege wegfallen wuerden. Ich wuerde vielleicht dem Ersten, der eine Werbung hochstellt, auszeichnen oder einen Kommentar erlauben, bzw. irgendein Spiel element einbaun (;

  3. die daten sind ja recht eindeutig. zeitung/seite/auftraggeber. einen filter auf die 3 felder und man bekommt die duplikate die ein backend admin bewerten „darf“.
    damit hat man schon eine recht gute filterung. autocompletion würde ich hier meiner meinung wenig bringen. die magazinnamen etc. sind eh statisch über auswahlliste vorgegeben, der rest hängt vom aufwand bei der eingabe ab. auf jeden fall steht und fällt die geschichte mit dem backend, denn eine kontrolle der eingaben wird erforderlich sein.
    wichtig ist eine einfache erfassung der daten. foto mit smartphone .. keine ahnung.
    was mich eher etwas verunsichert ist eine info die ich heute bekommen hab. es gibt ja anscheinend einen inseratenboykott gegen die kleine zeitung. es sei mir verziehen, aber diese meldung vom juni ging an mir spurlos vorbei ( hab keine abos, kauf auch sonst keine tageszeitungen, bin also relativ unwissend und das ist auch gut so). die machtverhältnisse im land wollen die einzelnen proponeten sicher lustvoll auskämpfen. dazu zähle ich auch einzelne medien – unternehmen. alles in allem für mich wenig glaubwürdig , wenn ich mich näher mit den hintergründen beschäftige. bei irgendeiner feier ( keine ahnung, 170 jahre qualitätszeitung irgendwas, 2 jahre bzö stehen die ganzen „verfeindeten“ clowns wieder grinsend vor der Linse als wäre die ganze haberei das normalste der welt)
    trotzdem gute idee. wird eine lawine an steuergeldern verschwendet. unabhängige plattform ohne schnittstellen… ich widme gerne einige meiner freizeit.
    einzelne familien haben probleme das geld für ein ordentliches essen auf den tisch zu bringen und hier werden mios ans mios aus dem fenster geworfen. natürlich hängen auch hier arbeitsplätze an den aufträgen… es ist so, die einen geben, die anderen nehmen; gerne. das ist so und wird so bleiben. wenn alle ehrlich wären, dann würden auch die sogennannten qualitätsmedien von sich aus, auf diese politische werbung verzichten. Aber das ist ja schon fast ein brieferl ans christkind und die antwort kennen wir bis zum erbrechen. ausserdem wird sich die ganze geschichte kurz oder lang sowieso totlaufen. die sog. alten medien haben den anschluss verpasst, das produkt in zukunft immer schlechter verkaufbar, damit sinkt der werbewert, damit relativiert sich das problem von selbst. die werbung wird sich massiv verändern (müssen)

    ich zieh mich in meinen bau zurück und lass das mal gut sein. nach dem motto “ you are what you is“
    lass aber gerne mit mir streiten und mich eines besseren belehren 🙂

  4. Ich würde mich daran sofort beteiligen. Kann mir schon bildlich die Grafik vorstellen wo man einen Chart sieht welche Partei wieviele Millionen geklaut hat. Auch die einzelnen personen könnte man als Widget anzeigen lassen. Programmiertechnisch is das kein all zu großer Aufwand.

    Die Grünen kommen halt wieder nicht vor, weilse keine Regierungsgelder veruntreuen 😦

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